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Estrich auf Trennlagen

Wurde vor dem Einbringen des Estrich auf der Betondecke eine Trennlage aus Bitumenbahnen oder Kunsstofffolien verlegt, können Abbinde- und Temperaturbewegungen im Estrich unabhängig vom Untergrund stattfinden.
Der Estrich darf an keiner Stelle eine Verbindung zu umlaufenden Wänden aufweisen. Ebenso müssen senkrecht verlaufende Rohre, Kanäle u.s.w. von dem Estrich getrennt sein. Für die Trennung sorgt ein Randstreifen.
Durch entsprechende Wahl der Trennlage, z.B. einer Lage lose verlegter Bitumen-Bahnen, kann der Boden gegen kapillar aufsteigende Feuchtigkeit geschützt werden.

Seifert Estrich

Estriche auf Trennlagen werden in der Regel dort verwendet, wo zwar Anforderungen an den Feuchte-, aber keine an Wärme- bezw. Schallschutz gestellt werden.
Zur Aufnahme von Stein- oder Keramikbelägen liegt die Mindestdicke bei 45 mm. Auf einer Trennlage können unabhängig vom Untergrund alle Estricharten verlegt werden.

Verbundestrich

Wird der Estrichmörtel direkt auf die Betondecke aufgebracht, so ergibt dies einen Verbundestrich. Der Estrich bildet eine geglättete Oberfläche der ansonsten nur grob herzustellenden Betondecke und muss alle auftretenden Kräfte an jeder Stelle auf diese übertragen können.
Um ein Ablösen des Estrich zu verhindern, ist sorgfältig darauf zu achten, dass der frisch aufgebrachte Mörtel, in der Regel Zementestrich, mit der meist schon vor längerer Zeit fertiggestellten Betondecke einen festen Verbund eingeht.
Wichtig ist auch, dass die beim Abbindevorgang des Zements unvermeidlichen Schwindprozesse nicht zu größeren Rissen führen. Bei einer festen und gleichmäßigen, evtl. über eine Haftbrücke hergestellten Verbindung zwischen Estrich und Untergrund, kommt es zu einer gleichmäßigen, unsichtbaren Verteilung der unvermeidlichen Schwundrisse.
Voraussetzung ist immer ein ausreichend verankerungsfähiger, aufgerauhter Untergrund (Kugelstrahlen oder Fräsen).
Verbundestriche werden nur in untergeordneten Räumen, also Lagerräumen und Garagen eingebaut, in den an den Boden keinen weiteren Anforderungen gestellt werden.

Verlegearten

Schwimmende Estriche

Schwimmende Estriche bestehen aus einer lastverteilenden Estrichplatte von mind. 45 mm Dicke, die auf einer Dämmschicht (Wärme- oder Trittschalldämmung) aufgelegt ist. Die Konstruktion verbessert die Tritt- und Luftschalldämmung der Geschossdecke. Bei der Ausführung ist sorgfältig darauf zu achten, dass Schallbrücken zwischen Estrich und Rohdecke, zwischen Estrich und umlaufenden Wänden und an Rohrdurchführungen vermieden werden.
Spezielle Randdämmstreifen trennen den Estrich von den mit der Rohdecke verbundenen Bauteilen.

Seifert Estrich

Heizestrich

Bei Fußbodenheizungen wird der Heizestrich direkt auf die Sysremelemente mit den darauf befestigten Heizrohren eingebracht. Eine zusätzliche Schutzfolie ist nicht notwendig!
Die Estrichstärken richten sich nach der DIN 18560 Teil 2 .

Bei allen Estrichen (ZE20 / AE20) ist eine Rohrüberdeckung von mindestens 45 mm einzuhalten.
Bei höheren als im Wohnungsbau üblichen Verkehrslasten (1,5 kN/qm) sind größere Rohrüberdeckungen oder höhere Estrichfestigkeitsklassen notwendig.

Seifert Estrich

Neben der Aufgabe der Lastenverteilung dient der Heizestrich auch der Wärmeübertragung. Um eine gute Wärmeübertragung zu gewährleisten, muss das Heizrohr vollständig vom Estrich umschlossen werden.